Reisebericht Frankreich – ein Urlaub, der keiner mehr werden sollte

Endlich, mein Jahresurlaub war da und wir machten uns auf den Weg um Frankreich mit dem Wohnmobil zu erkunden. Bei der Planung hatten wir uns einige Städte ausgesucht und vornehmlich war es mir ein Anliegen, eine oder mehrere Tötungsstationen in Frankreich zu besichtigen. Nur wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ich eine zweite seelisch gar nicht überstehen würde.

Ich wollte mir ein Bild von der Haltung und den Zwingern machen. Und eben auch in welchem Zustand sich die Tiere befinden und welche Chancen sie auf eine Vermittlung haben. Bei einem Treffen mit der französischen SPA (größter Tierschutzverein in Frankreich) wurde mir eine solche Tötung mit allen Räumen gezeigt und ebenfalls der genaue Ablauf erklärt. Die Hunde sitzen in Standardzwingern, wie man sie aus Deutschland kennt. Sie sind trotz Abdeckung doch recht zugig und kalt, und zudem sehr dunkel. Man geht durch die Gänge, spürt rechts und links die Angst, die Trauer und ebenso die Verzweiflung dieser Verlierer, geboren in einer Wegwerfgesellschaft. Viele Hunde liegen teilnahmslos in den Käfigecken oder aber bellen ängstlich laut und klagend. Andere wiederum fallen beim geringsten Augenkontakt in sich zusammen. Fast alle Hunde, ob groß oder klein, sind nur noch ein Schatten ihrer Selbst. Apathisch und abgemagert liegen sie in ihren eigenen Exkrementen.

In dieser einen Tötung warten allein schätzungsweise 300 Hunde, von denen die SPA versucht, so vielen wie möglich eine zweite Chance zu geben – leider sind es viel zu viele Tiere. Die Vorstellung, dass es nur eine von vielen Tötungsstationen in Frankreich ist, lässt mich verzweifeln.  Besonders ist das Schicksal bei den so genannten Kampfhunden, Rottweilern und den alten Hunden zu spüren. Für mich gibt es in diesem Sinne keine Kampfhunde, wie es vom modernen und ach so aufgeklärten Menschen gern dargestellt wird. Ob diese Menschen auch um die ursprüngliche Daseinsberechtigung des Yorkshireterrier als Kampfhund wissen? Entschuldigung, ich schweife hier ab, da mich dieses Thema immer und immer wieder in Rage bringt.
Unwissenheit, mangelnde Erfahrung, Ignoranz, aber auch persönliche Schicksalsschläge wie Todesfälle besiegeln in Frankreich das Schicksal der Hunde – Endstation Tötung. 2 Wochen haben die Hunde als Frist, um von ihren Besitzern wieder abgeholt zu werden. Respektive aber das große Los einer Vermittlung in ein neues Zuhause zu ziehen. Ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Augen der Hunde und auch der Katzen, die sich dort befinden, werde ich niemals wieder vergessen können.
Jeder Schritt der mich durch dieses unsagbare Elend trug, war die Hölle, wie man sie nur in einer Tötung erleben kann. Ich wusste gar nicht, welchem dieser Tiere ich zuerst Trost spenden sollte. Die, die sich streicheln ließen, genossen meine weinerliche, doch ruhige Stimme. Angebliche aggressive und zudem bissige Hunde verharrten am Gitter und leckten mir die Hände. Andere hatten sich dermaßen aufgegeben, sie rührten sich nicht einmal mehr. Kein Blick, kein Zeichen, dass in diesem Hundekörper noch eine Hundeseele wohnt.
An dieser Stelle muss ich nun etwas durchatmen, weil ich bis dahin dachte, schlimmer kann es nicht mehr kommen…bis wir das Kühlhaus besichtigten. Stapelweise Kadaver der geschundenen Verlierer und ich stand mitten drin. Sicherlich kennen einige von Ihnen die Situation, wenn sich der Raum zu drehen beginnt und man jeden Moment das Gefühl hat ohnmächtig zu werden. Innerlich leer mache ich wie ferngesteuert Fotos, weil mir das sonst niemand glauben würde, ohne diese entsetzlichen Bilder gesehen zu haben. Diese Bilder würde ich für all die machen, die nicht an die Grausamkeit des Menschen glauben wollen.

JA es gibt Tötungen in Frankreich, JA dort werden Hunde ohne Grund getötet und
JA der Mensch sorgt mit seiner Wegwerfeinstellung dafür, dass es immer mehr werden!

Diese toten Hunde in den Müllcontainern haben mir gezeigt, dass das europäische Tierschutzgesetz noch lange nicht greift und wir alles dafür tun müssen, dies zu ändern! Niemand soll es jemals wieder wagen, mir zu sagen, es gäbe keine Tötungsstationen in Frankreich. Diese Eindrücke haben mich tagelang kaum schlafen lassen. Während ich hier sitze und all das niederschreibe, ist mir kalt, mein Körper zittert und wieder steigen Tränen in meine Augen. Es muss doch eine Chance für diese Todgeweihten geben -  für alle.

Es sind zu wenige, denen wir Hoffnung auf ein gutes Zuhause geben können. Aber nicht nur in den Tötungsstationen lauert das Elend.

Auf unserer Weiterfahrt campierten wir an einer verwahrlosten und zudem abgegrasten Weide. Dort stand ein ausgemergeltes Pferd, welches früher einmal eine Schönheit gewesen sein muss. Die Hufe des Pferdes sprachen Bände und wissen Sie was mich am meisten wütend machte? Jeden Tag gingen unzählig viele Menschen an dieser Weide direkt an einer Hauptstrasse entlang. Und niemand, wirklich niemand interessierte sich für das Leid des Tieres. Fassungslos, wütend und schockiert informierte ich die SPA und mir wurde versichert, dass diesem Tier nun endlich geholfen wird.

Meine Eindrücke von Frankreich.....hmmm….. Baden an seinen schönen Stränden, der Käse, die Weinstraßen. Erholung pur. Gar nicht wegzudenken die Kultur des Landes. Und genau diese Kultur ist an dem Elend schuld. Einerseits diese gelassene Lebensweise, Ästhetik und Schönheit. Anderseits, schaue ich genauer hin, eröffnet sich mir ein Land, welches die Bedürfnisse des Menschen viel zu hoch über das der Tiere stellt. Kultur bedeutet für mich auch, alle Lebewesen zu respektieren, ob alt oder klein, ob hässlich oder groß.

Mein Fazit ...Wir werden nicht aufhören den Tieren in Frankreich zu helfen. Wir sehen es als unsere Pflicht an den alten Hunden und speziell den Rottweilern zu helfen.

Unser nächstes gemeinsames Ziel mit der SPA wird sein, den so genannten Puppysstores den Kampf anzusagen. Denn genau dort, wo gleichgültig jedem der möchte gegen gutes Geld ein Welpe verkauft wird, da entsteht der Kreislauf des Elends. Wenn Sie nur etwas Einfühlungsvermögen und Vorstellungskraft besitzen, dann rütteln Sie mit uns gemeinsam die Welt wach, weil es so einfach nicht weiter gehen kann und auch nicht darf. Das Tierleid muss ein Ende haben!

Nur gemeinsam ist es möglich, viel zu erreichen. Um es noch einmal ganz klar rüberzubringen--Die SPA tötet keine Hunde, sondern sie nimmt immer soviele Tiere wie möglich aus den Tötungen raus, um sie zu retten und ihnen eine Zukunft zu geben. Sie hat Zugang zu den Tötungen, weil sie viele Hunde von dort retten und dadurch hatte ich überhaupt die Möglichkeit der Besichtigung.

Wir werden weiterhin eng mit der SPA arbeiten um den Notnasen eine Chance zu geben und sie in ihr neues, schönes Zuhasue zu begleiten.

Ihre Anke J.

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