Erste Rumänien Tour 2013

Fast wäre es nicht so weit gekommen. Ursprünglich war geplant, Anke und Nina (ich) fahren vom 01.03.- 04.03.2013 nach Rumänien, nur kam alles anders. Mein freier Samstag entfiel wegen mehreren Krankheitsfällen auf der Arbeit. Anke wurde krank, Magen-Darm, gar nicht gut auf so einem großen Transport. Eine Lösung musste her. Ich entschied mich Samstagabend nach Feierabend gegen 21 Uhr die große Reise anzutreten, nur mit wem?? Mir fiel nur EINE ein und SIE wurde ins kalte Wasser geschmissen… Manu! Samstag morgens angerufen, Manu kannst Du heute abend kurz mit mir nach Rumänien fahren??? Manu, eine Adoptantin einer tollen Hündin die bei mir in Pflege war! Los gings…. Ich nach der Arbeit den Transporter voll beladen bei Anke abgeholt. Anke machte uns einen tollen Lunchkorb für die große Fahrt, vielen Dank nochmal dafür! Manu und ich wollten uns bei Burger King auf einem Autohof bei Braunschweig treffen. Ich fuhr in Braunschweig bei einem Autohof ab und fand auch einen Burger King, Manu war nicht da! Eine kurze SMS: „Ich bin, GLAUB ICH, da…“ Manu rief mit einer gewissen Verwirrung zurück:„Ich bin auch da…“. Ok, war dann doch der falsche Autohof! Kurzer Austausch und einem Autohof weiter, fand ich dann Manu. Unsere Reise konnte beginnen! Wir rollten los Richtung Tschechien. Ich kannte von den letzten 2 Fahrten nach Rumänien noch einigermaßen den Weg, nur das Navi irgendwie nicht mehr. Das Navi, welches mich bisher immer so toll dahin gebracht hatte, wollte einfach nicht Richtung Tschechien. Wir ignorierten das ständige „Bitte in 3 km rechts abfahren“ oder „In 300 m bitte wenden“ und kamen ohne Probleme über die erste Grenze in Tschechien an. Kurz vor 3 Uhr nachts, eine SMS: „Wo seid Ihr???“. Anke!!! Sie fieberte mit uns… Wir waren kurz vor Prag! Eine herrliche Stadt, vor allem Nachts. Weiter gings in die Slowakei. Kurzer Zwischenstopp an der Vignettenstube morgens um 5 Uhr.

Durch die Slowakei ging es mit 1- 2 Umwegen. Das Navi wollte immer noch nicht in die Richtung, die wir wollten. Anke, die scheinbar noch nicht geschlafen hatte, fiel nach stündlichen SMS ein, dass die Einstellungen im Navi vom letzten Urlaub noch verstellt sein könnten. Manu fuchste sich da rein und änderte die Routenoptionen. Danach fuhr das Navi auch wieder den Weg, den ich kannte. Ab nach Ungarn. Das Land, das von Anke und mir nur liebevoll „das schwarze Loch“ genannt wurde, präsentierte sich mir das erste Mal im Hellen. Eigentlich schön, wäre es nicht nur so unendlich lang.

Ungarn zog sich ins unermessliche. Knappe 400 km, die einfach nicht enden wollten. Manu äußerste das erste Mal den Wunsch, ein Toilettenhaus besuchen zu können. Den erfüllte ich ihr rasch, aber mit der Bitte, sie solle vorsichtig sein! „Vorsichtig, warum?? Ich will nur aufs Klo!“

Ungarn ist sogar laut Beschilderung nicht ganz ungefährlich.

Als wir dann endlich von der Autobahn abfuhren, kamen wir Rumänien fühlbar näher. Anke wurde schon etwas panisch, Ungarn hatte uns doch einige Stunden gekostet. Es war mittlerweile Sonntagnachmittag, 03. März kurz nach 14 Uhr. Ein Problem ereignete sich, als uns die Vignettenstationen in Ungarn und Anfang Rumänien immer weiter winkten. Wo kriegen wir die Vignette her? Keiner konnte uns richtig helfen, also erstmal weiterfahren. Nun angekommen in Rumänien auf dem Weg nach Timi?oara, machten sich so langsam die Gedanken für die weitere Planung breit. Anke sagte, wir sollten doch als erstes Romulus den ersten Teil der Spenden bringen und dann in unser Schlafdomizil fahren. Einfacher gesagt, als getan. Das Navi erkannte die Straßen nicht, wo wir uns mit Romulus treffen wollten. Mehrere Eingabeversuche scheiterten. Irgendwann fand ich den Fehler. Uns wurden immer nur halbe Straßennamen gegeben, wie Strada Constantin statt Strada Constantin Daniel. Auch den Fehler behoben wir nach 16 Stunden ohne größere Probleme und trafen endlich Romulus in einer Seitenstraße. Nach einer abenteuerlichen Verfolgungsfahrt hinter Romulus her, trafen wir auch im ersten Tierheim ein. Casa Cainelui. Bis dahin war mir nicht bewusst, das es das Tierheim ist, welches aus dem Fernsehen bekannt war. Manu erkannte es anhand der Zwingeranlage. Ein Rundgang zeigte uns dann diese Bilder.

Die Zwingeranlagen, der Auslauf, die Hallen, die geretteten Schweine, alles noch im Bau, aber sehr schön und gepflegt. In den Zwingeranlagen waren die Helfer gerade dabei Gummimatten auszulegen. Der Auslauf und die Beete vor den Zwingern werden im Frühjahr mit Bäumen bepflanzt. Die Hunde werden bei argen Minusgraden mit warmen Essen bekocht, damit sie wenigstens eine warme Mahlzeit pro Tag kriegen. Die Hallen, alle von Hand geschweißt und erbaut, dienen als Futterlager. Ein kleines Häuschen mit Ofen, ist die Unterkunft für die Helfer. Hier ist es mollig warm und ein Ort zum Aufwärmen und Mittagessen. Die Schweine wurden gerettet. Sie hatten Drähte in der Nase und sind dank der Operationen wieder guter Dinge. Bei Romulus luden wir ein Viertel unserer Futterladung aus. Leider ohne Foto… (hab ich total vergessen) http://www.casa-cainelui.com/spenden-1/danke-spenden-2013/ Wir stehen unter 03.03.!
Bei Romulus verabschiedeten wir uns und fuhren Richtung Schlafdomizil. Müde waren wir nicht, aber aus Erfahrung wusste ich, wir mussten wir ein paar Stunden schlafen, bevor es auf die Heimreise ging. Unsere Unterkunft war bei Monica. Als wir in ihrer Straße einparkten, erkannte ich ihr Haus. Da hatten wir auf meiner ersten Rumänientour die Hündin Cora und ihre beiden Welpen Bruno und Asi abgeholt. Einmal geklingelt und Monica öffnete uns ihre Hoftür. Wir wurden herzlichst begrüßt. Auch von den Vierbeinern. Ein bekanntes Hundegesicht aus dem Shelter, welches wir auf unserer ersten Rumänientour besuchten, begrüßte uns freudig! Monica hatte sie adoptiert. Ich freute mich riesig. Was war das doch für ein lieber Hund! Wir brachten unsere Sachen in ihr Haus und Monica lud uns zum Essen ein. Sie konnte schlecht für uns kochen, da wir keine genaue Ankunftszeit sagen konnten. Wir aßen, worüber Manu und ich uns einig waren, die weltbesten Spaghetti Carbonara. Nach dem Essen luden wir noch schnell die Kinderspenden für Raluca ab und verabredeten uns mit Gheorghiu für Morgens um 4 Uhr bei ihm in der Halle.
Es war mittlerweile Sonntagabend, der 03. März  20 Uhr deutscher Zeit. Anke ermahnte uns, dass wir nun endlich schlafen sollten. Das taten wir dann auch.

Um 3 Uhr klingelte unser Wecker. Kurzes Waschen und ein nettes kleines Frühstück von Monica und los ging es zu Gheorhgiu. Dort angekommen, warten schon alle auf uns. Nach einer kurzen Begrüßung wurden die Spenden ausgeladen und die Boxen reisefertig gemacht.

Das Futter teilten wir in 3 gleich große Haufen. Einer für Gheorghiu, einen für Monica und einen für Raluca. Alles Pflegestellen, mit denen wir zusammen arbeiten.

Noch einen Haufen Futtersäcke packten wir an die Seite, das sollte in ein Tierheim in Oradea. Danach waren die Fellnasen dran. Nach und nach wurden die Boxen mit Decken bestückt und jede Fellnase von ihrer Pflegestelle mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet und in die Boxen geladen.

Nach dem Einladen der Tiere, dem Verschnallen der Boxen, der Passkontrolle, wurde sich liebevoll verabschiedet. Gheorghiu wollte vorweg fahren um uns den kürzesten Weg zur Autobahn zu zeigen, da der Weg nach Oradea uns noch genug Zeit kosten würde. Auf der Autobahn angekommen, verließ uns Gheorghiu und wir traten den Weg zum letzten Ziel an. Unterwegs telefonierte ich das erste Mal mit Sophie, der letzten Anlaufstelle. Sie sagte uns, wir sollten die Futterspende, die wir für Ihr Shelter mitbringen wollten, bei einer Freundin in Solonta abladen. Solonta lag auf dem Weg und der Treffpunkt war bei dem hiesigen Krankenhaus. Am Krankenhaus angekommen, erreichte ich Antonia (die Freundin von Sophie) nicht. Sophie nochmals angerufen und die lotste uns vom Handy aus zum Shelter von Antonia. Ich war positiv überrascht. Uns begrüßten 2 junge Frauen, ein ganz tolles und schön gepflegtes Tierheim und einige Fellnasen. Antonia und ihre Freundin taten ganze Arbeit. Sie hatten einen LKW, ihre Krankenstation. Dort werden bis zu 25 Straßenhunde pro Tag kastriert und können wieder rausgelassen werden, sobald es ihnen wieder gut geht. Antonia hatte aber auch schon in den letzten 2 Jahren bis zu 300 Hunde vermittelt. Sie kümmerten sich herzzerreißend um die Hunde und vor allem um das Kastrieren der Straßenhunde. Da lud ich gerne die letzte Futterspende ab.

Liebe Antonia, vielen Dank für Deine tolle Arbeit für die Fellnasen. Es war schön Euch kennenzulernen!

Nach der Futterspende starten Manu und ich nun durch. Es ging nach Oradea - dachten wir! Nach einem Telefonat mit Sophie wurde uns klar, dass wir noch eine ganze Ecke weiter mussten und unsere Zeit wurde langsam knapp. Die ganzen Fahrketten und Adoptanten saßen auf heißen Kohlen. Wir fuhren anhand der Beschreibung die mir Sophie während der Fahrt am Handy diktierte. Manu war über soviel Multi-Tasking total überrascht: „Ich wusste ja, dass Frauen 2 Sachen auf einmal können, aber Du…“ Zwinkernd. Wir ließen Oradea links liegen, nahmen bei einem Kreisel die erste Ausfahrt und kamen von der zivilisierten Gegend ins gefühlte Nix. Wir fuhren eine Bergstraße hoch, wo das Navi schon seit 10 km nur noch „Querfeldein“ anzeigte und fuhren immer weiter in eine urig verlassene Gegend. Zwischendurch hielten wir bei Passanten an, die man zum Glück zwischendurch mal sah, und fragten mit Händen und Füßen, ob wir auf dem richtigen Weg Richtung „Sisterea“ (dem Ort des Shelters) seien. Nach weitere 10 km in einer weit abgelegenen Gegend, sahen wir dann ein grünes Gebäude, welches zum Shelter gehörte. Um dahin zu kommen, mussten wir den asphaltierten Weg verlassen, in einen mit Spurrillen übersehten Feldweg einbiegen und uns in Schrittgeschwindigkeit durch eine Schafherde quetschen.

Angekommen am Shelter, wurden wir von Sophie begrüßt. Sie hatte die beiden Hunde, die wir bei ihr mitnehmen sollten, schon vorbereitet und aus der Zwingeranlage vor das Tierheim geholt.

Wir verluden Cheyenne und Arjax relativ schnell, verabschiedeten uns gezwungenermaßen schnell von Sophie und machten uns nun ENDLICH um 14:30 Uhr deutscher Zeit auf den lang ersehnten Heimweg. Die End- und Pflegestellen warteten sehnsüchtig!

Cheyenne und Arjax, beide sind auf Plegestellen in Deutschland und sind zu VERMITTELN
 
Der Rückweg verlief erstmal relativ fix. Rumäniens Grenze war schnell erreicht, da Sisterea schon nah an der Grenze lag. Unterwegs trafen wir noch einige Straßenhunde und hielten auch mal einige davon auf Fotos fest. Ungarn durchquerten wir wieder tagsüber, was das Land leider nicht kürzer machte. Unterwegs erhaschten wir noch einige Schnappschüsse. Nach Ungarn ging die Slowakei mal wieder relativ schnell und in Tschechien fing Anke dann mit der restlichen Planung an. Sie fragte nach unserem genaueren Standpunkt und kontaktierte die Fahrketten.

Unser letztes größeres Problem ergab sich dann in Deutschland. Der Akku meines Handys neigte sich dem Ende zu. Ich bekam die SMS vom Treffpunkt mit Fahrkette Katha noch und dann war Feierabend. Ich wusste was in der SMS stand. Abfahrt Irxleben, da ist eine Aral- Tankstelle. Da triffst du Katha. Das Problem war, ich fand die Aral bei der Abfahrt Irxleben nicht. Nach Handytausch, weil Manu kein Geld mehr auf Ihrem Handy hatte, erreichte ich Anke und danach Katha. Die Abfahrt Irxleben von der A2 und nicht von der A14! Ok wir waren noch auf der A14. Ab wieder auf die Autobahn, weiter bis zur A2. Auf der A2 die Abfahrt Irxleben gefunden und kurze Zeit später auch Katha. Dort luden wir nach einer langen Reise Arjax und Karma ab. Arjax (Foto weiter oben, aus Sisterea) kommt auf eine Pflegestelle. Karma, die in Rumänien bei Raluca in Pflege war, wurde von Katha mitgenommen. Mittlerweile hat sie eine Endstelle gefunden und ist glücklich in ihrem neuen Leben. Danke dafür!

Weiter ging die Reise. Mittlerweile war es nach Mitternacht, als schon Dienstag, der 05. März. Manu rutschte auf ihrer Sitzbank von rechts nach links, weil sie gleich zur Arbeit musste. Ich beeilte mich auf dem Weg zum Autohof in Braunschweig. Damit Manu sich gleich auf den Weg nach Hause machen konnte. Angekommen, musste sie ein komplett tiefgefrorenes Auto frei kratzen und ich machte mich auf den Weg nach Hannover. Bei Anke wartete unterdessen die Pflegestelle von Jimmy.

Jimmy kam von seiner Pflegestelle bei Gheorghiu in Rumänien und ist nun zu vermitteln.

die Pflegestelle von Teddy und Rexy…

Teddy kam von seiner Pflegestelle bei Gheorghiu in Rumänien und ist nach kurzem Aufenthalt auf der Pflegestelle in Deutschland nun VERMITTELT

Rexy kam von seiner Pflegestelle bei Raluca in Rumänien und ist nun in Deutschland auf seiner Pflegestelle und frei zur Vermittlung.

…weiter bei Anke wartete die Endstelle von Stivi…

Stivi kam von Sandra und ist nun glücklich VERMITTELT

…die glücklichen Besitzer von Sasha…

Sasha kam von einer Pflegestelle bei Gheorghiu und ist in Deutschland glücklich VERMITTELT

…Anke selbst adoptierte Katze Flory und nahm Cheyenne (Foto oben, aus Sisterea) in Pflege…

Katze Flory kam von einer Pflegestelle bei Denisa in Rumänien und ist glücklich VERMITTELT

Nach Abladen der Hunde verabschiedeten Anke und ich ein Hund nach dem Anderen in ein glückliches, neues, zufriedenes Leben, außer Fred. Fred musste noch ein Stück mit mir fahren. Auch ich verabschiedete mich nun von Anke und fuhr mit Fred zu mir nach Hause, um mich nach einem Spaziergang mit ihm 3-4 Stunden schlafen legen zu können. Nachmittags trat Fred mit mir die Reise nach Stadthagen an. Dort wartete das befreundete Tierheim Stadthagen (http://www.tierheimstadthagen.de/ ). Kerstin, die Tierheimleitung arbeitet eng mit uns, der Hundenothilfe Frankreich zusammen und nimmt immer wieder Schützlinge von uns auf.

Fred war in Pflege bei Monica in Rumänien und steht nun im Tierheim Stadthagen zur VERMITTLUNG

http://www.tierheimstadthagen.de/tiervermittlung/hunde/

Zu guter Letzt bedanke ich mich bei allen Helfern, Spendern, Pflegestellen, Sheltern und vor allem bei Anke und Manu! Ohne EUCH wäre alle dies nicht möglich gewesen!!!