Tag der Tierschützer in Hannover 2009

Stellt Euch vor es ist Krieg und keiner geht hin. So erschien anfänglich der 13.06.2009. An diesem Tag fand in Hannover der Tag der Tierschützer statt. Nur wussten das die meisten Leute in und um Hannover nicht. Abgesehen von eingefleischten Tierschützern, die diesen Tag jedes Jahr aufs Neue wahrnehmen. Also Ärmel hochkrempeln und los geht’s. Nach einer turbulenten Anfahrt, einer vergessenen Umweltplakette - nein auch für unwissende Landeier gibt es da keine Ausnahme, übten wir uns im Pavillonaufbau. Ganz ohne männliche Unterstützung ging es dann doch nicht, schließlich sollen auch sie ihre Daseinsberechtigung haben.

Die Stimmung unter den vertretenden Vereinen und Organisationen war sehr herzlich und jeder versuchte dem anderen hilfsbereit zur Seite zu stehen. Es wurde geplauscht, gemeinsam Parkplätze gesucht und auch hat sich die eine oder andere Tierschützerin als perfekte Hundesitterin hervorgetan. Um 10 Uhr war der offizielle Termin auf dem Platz des Weltfriedens, wo es an diesem Tag sehr windig zuging. Die Pavillons standen, die Transparente waren gezückt und die Hannover Innenstadt erwachte recht schnell zum Leben.

Anke, Eileen und Sylvana gründeten in Begleitung von Milo einer Amerikanischen Bulldogge die Vorhut unseres Vereins. Am Tag zuvor entstand außerdem selbstgemachter Kuchen für den guten Zweck. Dazu gab es frisch gebrühten Kaffee und selbstredend wurde alles mit viel Liebe und ohne Backmischungen hergestellt. Wer noch Thermoskannen für den guten Zweck spenden möchte, der sende bitte zwei Stück davon an Eileen. Die ihren mussten leider in der Hitze des Gefechtes ihr Leben lassen – sorry Eileen

Zugegeben unser Stand sah aufgrund eines mangelnden Transparents eher aus wie eine Kuchenbude, aber Motten werden bekanntlich vom Licht angezogen. So eben auch die Passanten vom Kuchen. Und über diesen kamen wir recht schnell ins Gespräch. Es entwickelten sich viele Gespräche und wir konnten reichlich über unsere Vereinsarbeit erzählen. Die einen mochten dem Kuchen nicht widerstehen und erfuhren so zum ersten Mal vom Leid der Tiere in Europa. Andere Passanten stellten gezielt Fragen und so wechselten zahllose Broschüren den Besitzer. Mit viel Mineralwasser und Enthusiasmus betrieben wir Öffentlichkeitsarbeit und sammelten erfolgreich Unterschriften für diverse Unterschriftenaktionen; genau im richtigen Moment als wir uns tapfer mit militanten Tierschützer auseinandersetzen. Tierschutz ja, aber eben nicht militant.

Außerdem gab es Rundgänge zu den anderen Ständen, unterirdische Wanderungen zu kilometerweit entfernten Toiletten und der vermeidliche schnelle Kauf einer Creme stellte sich als Hindernis heraus. Eine von unseren Frauen wurde von einer aufdringlichen Mitarbeiterin einer namentlichen Drogeriekette in einem Stuhl für kosmetische Experimente festgehalten. In der Hoffnung auf baldige Freilassung hat sie sich leise und vorbildlich verhalten. Ihre Zuversicht wurde belohnt. Unterdessen war die Innenstadt gut besucht und der Kuchen neigte sich allmählich dem Ende, daher kamen Nina und ihre Mom in Begleitung von Sancho einem Beauceron,gerade richtig mit dem Kuchennachschub.

Sancho und Milo konnten u.a. als erfolgreich vermittelte Franzosenhunde vorgestellt werden. Die beiden entpuppten sich als wahre Publikumslieblinge, die sich vor Interesse in Form von Streicheleinheiten kaum retten konnten. Gegen Abend war dann auch das letzte Stück Kuchen vertilgt und ebenso ging der letzte Kaffee, wenngleich etwas abgekühlt über den Tisch. Sachen packend wurde über den Tag resümiert. Zufrieden stellend über die vielen Gespräche, Denkanstösse und Impulse für neue Ideen, kam man zu dem Ergebnis, dass das Medieninteresse fehlte. Schlussendlich machten sich müde Füße und glückliche Tierschützerseelen mit dem Hoffnungsschimmer auf den Heimweg vielleicht doch etwas bewirkt zu haben.