Franzi

ist über die Regenbogenbrücke gegangen.

Ein Brief von den neuen "Hundeeltern:
26524 Hage, den 22. Oktober 2008


Franzi happy in Hage...

Am 19. Juli 2008 haben wir Franzi in unsere Familie aufgenommen. Sie ist ein total lieber, aggressionsfreier aber irre ängstlicher Hund. Gott sei Dank hat sich ihr Verhalten bei uns im Haus und mit uns (Herrchen, Frauchen und Hunde-schwesterchen) nahezu normalisiert. Nur gewisse Reize lösen bei ihr im Haus noch Ängste aus (Kamin brennt, Kerzen brennen, Fernsehsendungen – wahrscheinlich nur die schlechten-...). Sie liebt ihre Körbchen (Küchenkörbchen, Wohnzimmerkörbchen und Schlafzimmerkörbchen), die für sie in stressigen Situationen auch immer eine sichere Burg bedeuten. Problememachten uns die letzten drei Monate ihre Knabber- und Beißattacken auf sämtliche Pfoten, bei denen immer wieder „Blut floss“, was ständiges Desinfizieren, Verbinden, und, und, und... zur Folge hatte. Wir haben wirklich rund um die Uhr auf sie aufgepasst, sodass unsere Nachtruhe in den vergangenen Wochen eigentlich eher mit Nachtunruhe zu bezeichnen ist. Trotz ihrer extremen Angst vor Unbekanntem (fremde Menschen – besonders Männer -, Menschengruppen, Kinder, Fahrräder, Rollatoren usw.) mussten wir mit unserer Franzi vor 1 ½ Wochen den Tierarzt aufsuchen, um sicher zu gehen, dass es für die Beißattacken keine krankhaften Ursachen gibt. Dies konnte der Tierarzt ausschließen, sodass wir nun sicher sind, es handelt sich um ein „Kopfpro-blem“. Der Tierarztbesuch hat Franzi wieder für eine knappe Woche in einen ziemlich verstörten und nicht fressenden Hund verwandelt, aber seit letztem Samstag geht es nun – endlich – bergauf. Nachts ziehen wir ihr lockere Schühchen über (für jede Pfote eins), was sie prima toleriert. Sie fällt, nachdem sie die Schuhe an hat, um wie ein Baum und ratzt wie im Koma. Toll!!!
Seitdem können wir anderen auch wieder schlafen. Und offenbar geben ihr die Schuhe so viel Sicherheit, dass sie jetzt auch tagsüber kaum noch versucht, an den Pfoten zu knabbern. Wir hatten schon Angst, dass unsere Situation überhaupt nicht mehr besser wird. Drei Monate ohne irgendwelche Abwechslung – keine Besuche bei Freunden, kein Kino, kein Restaurant, keine Freunde bei uns...die Liste ist endlos -, aber jetzt sehen wir wieder Land. Am Sonntag haben wir sie das erste Mal seit Wochen mit ihrem SchwesterchenTonja für zwei Stunden alleine gelassen, und alles war gut. Keine verletzten Pfötchen, keine zerstörte Einrichtung. Klasse. Jetzt hoffen wir noch auf weitere Erfolge, was die Begegnungen draußen angeht. Wir versuchen sie regelmäßig (in kleinen Schritten) an Unbekanntes zu gewöhnen und hoffen, dass es auch hier demnächst voran geht. Auch wenn es in den ersten Wochen des öfteren Rückschläge gab, sind wir glücklich, Franzi zu uns geholt zu haben und bemühen uns, ihr endlich das Leben zu ermöglichen, was ihr die ersten drei Lebensjahre entgangen ist.

Franzi musste leider eingeschläfert werden. Auch ihrer Familie sind
wir zu dank verpflichtet. Danke für die Zeit und die Liebe.

Zurück